MARIENSCHULE XANTEN
PRIVATE MÄDCHENREALSCHULE

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Auschwitz mit eigenen Augen

Integration des Projekts „Auschwitz mit eigenen Augen“ an der Marienschule Xanten

Das Projekt Auschwitz mit eigenen Augen ist fester Bestandteil unseres Schulprogramms. Die folgenden Ausführungen verdeutlichen, warum wir ein solches Projekt an unserer Schule für sehr wichtig erachten.

In folgender Weise ist das Thema „Nationalsozialismus“ bereits an unserer Schule verortet
Das Thema Nationalsozialismus wurde und wird schwerpunktmäßig im Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe 10 bearbeitet. Inhaltliche Schwerpunkte sind:
– Wie kam Hitler an die Macht?
– Das Herrschaftssystem der Nationalsozialisten
– Führerkult und Propaganda
– Die NS-Wirtschaftspolitik
– Erziehung unter dem Hakenkreuz/ Schule im NS-Staat
– Juden: ausgegrenzt, verfolgt und ermordet
– Der Holocaust
– Arbeits- und Vernichtungslager am Beispiel von Auschwitz
– Der II. Weltkrieg und die Kapitulation.
Im Politikunterricht erfolgt zudem eine Gegenüberstellung von Demokratie und Diktatur. Zur regionalen Verankerung des Themas besucht Frau Eva Weil, einer Holocaust-Überlebende, unsere Schule. Außerdem wird das Schicksal der Juden in Xanten in einer für die Auschwitzfahrt angebotenen AG aufgegriffen. Dabei werden folgende regionale Schwerpunkte zusätzlich behandelt:
– Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Xanten
– Der Ritualmordvorwurf 1892/ 1893
– Die Xantener Synagoge und die Synagogen der Umgebung
– Der Jüdische Friedhof in Xanten
– Das Schicksaal der Juden in Xanten im Nationalsozialismus und die „Stolpersteine“ in Xanten
Es wird auch unsere Schule mit berührt, weil diese von jüdischen Schülerinnen besucht wurde. Hierzu wird unser Schülerinnenverzeichnis aus den 1930er Jahren mit in die Arbeit integriert. Auch der damalige Bürgermeister Herr Schöneborn sowie die SA- und SS-Ortgruppenleiter werden namentlich benannt und deren Taten/ Verhalten untersucht. Die Namen der Xantener Juden (sofern diese nachweislich nach Auschwitz deportiert wurden) und notwendige persönliche Daten wurden an das Archiv in Auschwitz weitergeleitet, so dass wir vor Ort weitere Informationen über deren Schicksal erfahren konnten.
In den Fächern Deutsch, katholische Religion, evangelische Religion und in Sozialwissenschaften wird das Thema Holocaust zusätzlich thematisiert.

Der Leitfaden des Projekts
Thematisch sollen Politik- und Geschichtsunterricht miteinander vernetzt werden. Hierbei soll die NS-Diktatur dem heutigen demokratischen Grundgedanken gegenübergestellt werden. Die Schülerinnen sollen so einerseits den Wert einer Demokratie erkennen und andererseits Diktaturen als menschen- und freiheitsverachtende Systeme begreifen.

Das wollen wir mit der Gedenkstättenfahrt erreichen
Ziel ist eine inhaltliche Aufwertung des Themenkomplexes Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht. Was man mit eigenen Augen sieht, hinterlässt mehr Eindruck, als Texte und Bilder aus einem Geschichtsbuch. Ganzheitlichkeit ist ein Bestandteil handlungsorientierter Konzepte, die das Lernen „mit Kopf, Herz und Hand“ beinhalten. Somit können die Schülerinnen in wenigen Tagen deutlich mehr begreifen als in einigen Wochen Unterricht. Wir wollen die Jugendlichen mehr für das Thema Menschenverfolgung und Menschenvernichtung sensibilisieren. Die Mädchen können auch am Beispiel von Auschwitz den Wert unseres freiheitlich-demokratischen Mehrparteienstaats erkennen. Zusätzlich werden der Wert des eigenen Lebens und die Geringfügigkeit der eigenen Probleme deutlich. Unser Schulleben wird durch eine dauerhafte, jährlich stattfindende Ausschwitzfahrt in der Jahrgangsstufe 10 bereichert. Dabei soll die AG „Auschwitz mit eigenen Augen“ zusätzlich regional orientiert auf die Studienreise nach Auschwitz vorbereitend dienen. Die Schülerinnen, die in diesem Jahr an der Fahrt teilnehmen, sollen ihre Erfahrungen an die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 weiterreichen. Dies soll im Rahmen einer Präsentation in der Aula und einer Fotoausstellung in der Schule erfolgen.

So werden die Themen der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz bei der Vorbereitung konkret behandelt
Für die Vorbereitung der Gedenkstättenfahrt finden im Rahmen der AG „Auschwitz mit eigenen Augen“ Vortreffen mit den ausgewählten Schülerinnen statt. Dabei wird Auschwitz geographisch eingeordnet, die Errichtung des Lagers und dessen Funktionsweisen thematisiert sowie die Vernichtung der Juden und weiterer Menschengruppen aufgegriffen. In Xanten selbst recherchieren die Mädchen, wo dort Juden lebten und wer nach Auschwitz deportiert wurde. Auskunft hierüber geben einerseits die in der Stadt verlegten „Stolpersteine“, die die Namen der ermordeten Juden tragen sowie andererseits Gedenktafeln am Rathaus und am jüdischen Friedhof in Xanten. Zusätzlich muss eine Gegenüberstellung von Demokratien und Diktaturen erfolgen, um das öffentliche Schweigen in Ansätzen nachvollziehen zu können.

So erfolgt die Nachbereitung der Studienreise
Bei der Nachbereitung bereiten die Schülerinnen Vorträge zu aktuellen Anlässen vor, die sich thematisch mit Auschwitz verbinden lassen (z.B. Menschenrechte in Deutschland und weltweit). Diese Vorträge sollen auch die Erlebnisse unserer Schülerinnen in Auschwitz aufgreifen. Dabei sollen sie auch ihre eigenen Gedanken und Gefühle einbringen. Eine zusätzliche Präsentation zur Studienreise wird anschließend den Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 vorgestellt. Außerdem soll eine Ausstellung in Bildern von den Mädchen erstellt werden. Hierbei soll die NS-Diktatur unserer heutigen Demokratie gegenübergestellt werden. Um weitere Personenkreise zu erreichen, wurden Berichte für unsere Homepage geschrieben. Außerdem sind vier Zeitungsberichte erschienen, die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

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