Klein, aber fein: Teilchengeschichten

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Es war dort eng und dunkel und es gab nicht sehr viel Platz, um sich zu bewegen. Da war es auch, dass wir, meine Freunde und ich, plötzlich von hinten angestoßen wurden, durch eine enge Öffnung fielen und in einem großen Topf landeten. Die Landung war etwas hart, aber wir wurden von vielen anderen Teilchen aufgefangen. In dem Topf wurde es uns dann ganz schön warm! Zum Glück war auf dem Topf jedoch kein Deckel, so dass wir, als es immer wärmer wurde uns auch immer schneller bewegen und in die Lüfte erheben konnten… Super, wir waren einige der ersten Teilchen, die aufsteigen und in gasförmige Teilchen verwandelt wurden, die anderen Teilchen im Topf konnten das noch lange nicht!

 Hier oben ist es so toll, endlich hat man allen Platz der Welt, auch wenn man manchmal an jemanden anderen stößt, weil man zu schnell unterwegs ist und nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Aber das macht nichts. Wir haben Spaß.

"Sublimieren von Wasserteilchen" (von Sophie)

Hallo, ich bin ein kleines Wasserteilchen, das an einem blauen T-Shirt hängt, welches gerade gewaschen wurde. Da kommt eine Frau und hängt das T-Shirt nach draußen auf die Wäscheleine, bei diesen Temperaturen! Schon ein bisschen verrückt, jetzt im Winter und bei diesem starken Frost. Doch was passiert da gerade mit mir? Ich kann mich nicht mehr bewegen, ich werde fest. Das gibt’s doch gar nicht, ich hänge als Eiswürfel  an dem T-Shirt!!! Also als Eiswürfel gefällt es mir auch gut, aber irgendwie fühle ich mich komisch. Ich weiß plötzlich, warum ich mich so fühle: ich sublimiere, ich werde direkt zu Wasserdampf. Ich kann mich jetzt so richtig schnell hin und her bewegen, ich bin ein flottes Gasteilchen. Als Gasteilchen fühle ich mich so richtig super!

 

"Ich schmelze"  (von Theresa)

Hallo, ich bin ein kleines Teilchen und lebe mit meiner Familie auf ganz engem Raum. Meine ganze Familie und ich bilden zusammen  Eis. Die Menschen nennen uns auch Eiswürfel. Wir liegen oft nur ungenutzt in der Kühltruhe. Nur manchmal im Sommer werden wir da herausgeholt und dann kommt eine Eiswürfelfamilie  in ein  Glas, in dem sich andere flüssige Teilchen befinden.  Jetzt haben wir gerade Sommer. Nun passiert es: Wir werden alle herausgeholt und auf den Küchentisch gestellt. Doch nichts passiert weiter: die Menschen gehen. Oh, mir wird so warm! In unserer Kühltruhe war es immer unter 0°C, aber jetzt?  Hier ist es superwarm, ich kann das Thermometer am Fenster lesen: 25°C. Wir schmelzen! Wir schmelzen schneller als sonst, also wir schmelzen schon bei 0°C! Und schon nach einer halben Minute können wir uns bewegen und hin und her schwimmen, aber ich bin trotzdem bei meiner Familie. Aber ich fühle mich freier, ich finde es flüssig toll!

 

"Kochsalz, das in Wasser gelöst wird"   (von Rieke)

Hallo, ich bin ein kleines Salzteilchen. Meine Familie und ich wurden getrennt, aber sie müssen ja irgendwo hier in der Nähe als andere Salzteilchen sein! Ich weiß nicht, wie und wann ich sie wiedersehen werde. Wir sind hier Tausende von Salzteilchen, die alle zusammen in einer riesigen Kiste sind.  Ohh! Da öffnet sich etwas, wir sehen Licht und wir werden hoch gehoben. Plötzlich taucht ein riesiger Löffel in unsere Kiste ein und – oh mein Gott – ich bin mit anderen auf dem Löffel drauf. Plötzlich kippt der Löffel, wir fallen! Wir fallen in heißes Wasser. Jetzt bin ich auch drin, ahh das tut gut, mir wird ganz warm und ich kann mich langsam etwas bewegen. Es wird immer wärmer und jetzt kann ich hier im Wasser herumflitzen…. Wisst ihr, ich kann ja mal schauen, ob ich meine Eltern finde!? Ich glaube, ich sehe sie von vorne kommen, sie kommen auf mich zu. Was für ein Glück, das sind ja Mama und Papa. Jetzt sind wir wieder ganz nah beieinander und wir genießen unsere Freiheit.

 

"Das Unglück von Peggy Blue" (von Sarah)

Guten Tag! Mein Name ist Peggy Blue. Ich lebe in einer wässrigen Gemeinschaft. Ich habe Heldentaten vollbracht. Es gibt viele Vermisstenanzeigen von Wasserteilchen. Täglich verschwinden Tausende von diesen Teilchen. Oft tauchen sie in anderen Körpern wieder auf. Manchmal, wenn ich welche gefunden habe, erzählten sie mir z.B., dass sie in einem Topf erhitzt wurden. Ich konnte aber nicht sehr viele Teilchen wiederfinden, da viele schon zu weit weg waren. Den Teilchen, die ich fand, erklärte ich, wo sie hin mussten, um wieder zu Wasser zu werden. Ich sagte ihnen auch, dass sie keine Angst haben müssten. Aber ehrlich gesagt, auch ich habe Angst. So wie jetzt: Die Flasche wird wieder geöffnet…. Beinahe wäre meine Mutter ausgegossen worden, aber ich opfere mich für sie, indem ich sie wegstoße. Dann falle ich in einen großen Topf. Es ist, wie die anderen Teilchen erzählt haben. Ich merke, wie es immer wärmer wird. Auf einmal beginnen alle Wasserteilchen zu hüpfen und zu springen, weil wir sieden. So springe auch ich und werde langsam in die Luft getrieben. Ich denke noch an meine Ratschläge für die anderen Teilchen: Sie sollen immer versuchen, in ein Eisfach zu gelangen oder ins Freie zu fliegen. So entschließe ich mich, nach draußen zu fliegen und dort kann ich mich wieder in ein flüssiges Teilchen verwandeln, weil es kalt ist und ich als Tautropfen auf einem Blatt lande. Hier möchte ich nie mehr weg.